„Wir wachsen langsam, aber gesund!“
Markus Czmiel, Franchisenehmer bei kingdom of sports, im Interview
Der Premium Discounter kingdom of sports gehört mit rund 40.000 Mitgliedern an 18 Standorten zu den führenden Anbietern im kommerziellen Fitnesssegment in Norddeutschland. Das 2000 in Sulingen (50 km südlich von Bremen) von Andreas Pleuß gegründete Unternehmen beschäftigt zur Zeit 200 Mitarbeiter an den Standorten Bad Salzuflen, Bremen-Findorff, Bremen-Gröpelingen, Bremen-Habenhausen, Bremen-Vahr, Bremerhaven, Delmenhorst, Hamburg-Altona, Hamburg-Mundsburg, Hameln, Ibbenbüren, Lingen, Minden, Nordhorn, Oldenburg, Rheine und Wilhelmshaven. Das Angebot in punkto Preis und Leistung ist in allen kingdom of sports-Clubs (ca. 1.000 bis 1.300 qm) klar definiert: Kurse und Fitness, optional Getränke- und/oder Solariumflat. Seit 2009 agiert kingdom of sports auch als Franchisegeber im Markt. Top-modern und hochwertig in der Geräteausstattung (Precor, Technogym, Proxomed), u.a. Les Mills-Kurse im Gruppentraining, spezielle Angebote für Frauen sowie Solarien vom Marktführer Ergoline weisen kos-Anlagen als Premiumanbieter aus.
Im vergangenen Jahr konnte kingdom of sports fünf Fitnessclubs ohne Fremdfinanzierung neu eröffnen. Außerdem wurden zwei Anlagen an Franchisenehmer übergeben. Einer, der sich als Erster die Franchiselizenz von kingdom of sports sicherte, ist Markus Czmiel (44), Inhaber des Oldenburger Clubs. Bodylife sprach mit ihm über seine Erfahrungen mit kingdom of sports, die Vorteile des Systems und wie er seine Zukunft sieht.
Bodylife: Herr Czmiel, Sie sind jetzt im dritten Jahr Franchisenehmer bei kingdom of sports. Was sind Ihre wichtigsten Erkenntnisse?
Markus Czmiel: Zwei Dinge möchte ich herausheben: Zum einen ermöglicht mir das Konzept kingdom of sports einen finanziellen Freiraum, den ich vorher so nicht gehabt habe. Daraus ergibt sich der zweite wichtige Aspekt: Die finanzielle Unabhängigkeit erlaubt es mir, mich aus dem operativen Geschäft herauszunehmen und als Unternehmer zu agieren, frei nach dem Motto „Ein Unternehmer soll nicht im sondern am Unternehmen arbeiten“.
Bodylife: Haben Sie schon immer davon geträumt, einen Fitnessclubs zu betreiben?
Markus Czmiel: Ich verkörpere wahrscheinlich das klassische Profil eines Franchisenehmers. Ich habe als Bankangestellter viele Jahre einen gut bezahlten Job gehabt, der mich aber persönlich irgendwann nicht mehr ausfüllte. Parallel zu dieser Phase arbeitete ich in einem Fitnessclub. Irgendwann fasste ich dann den Entschluss, mehr aus diesem Hobby zu machen. Aufgrund meiner beruflichen Vorgeschichte wurde mir sehr schnell Verantwortung übertragen und ich übernahm die Leitung in einem Fitness-Studio. Zuvor hatte ich mir die entsprechende Kompetenz durch eine ganze Reihe von Ausbildungen angeeignet. Meine Erfahrungen im operativen Geschäft sowie mein beruflicher Backround aus der Zeit als Banker bildeten dann aus meiner Sicht die optimale Grundlage, einen Fitnessclub zu betreiben.
Bodylife: Und wie kam es zu der Verbindung mit kingdom of sports?
Markus Czmiel: Ich habe Herrn Pleuß kennengelernt, als kingdom of sports noch ganz am Anfang stand. Zusammen haben wir Konzepte für die Vorplanung, Marketing und eben alles, was zu einer Neueröffnung und dem Betreiben eines Clubs gehört, entwickelt. Ich war von Anfang an begeistert von der Struktur, der Energie und auch der Person Andreas Pleuß. Irgendwann war es dann für mich ein logischer Schritt, Franchisenehmer der Marke kingdom of sports zu werden und eine eigene Anlage zu führen.
Bodylife: Was hat sich für Sie am stärksten verändert, als sie den Schritt vom Angestellten zum Unternehmer taten.
Markus Czmiel: Ganz klar der Blick für die betriebswirtschaftlichen Zahlen. Es ist schon - auch emotional - etwas ganz anderes, ob man das Geld vom Chef ausgibt oder sein eigenes. Man bewertet Dinge anders, zum Beispiel wenn durch Unachtsamkeiten von Mitarbeitern Kosten entstehen für Reparaturen oder falsche Personalplanungen, die nicht sein müssten. Man wird ganz stark auch auf so genannte Kleinigkeiten sensibilisiert, die sich am Ende aber auf das Betriebsergebnis auswirken.
Bodylife: Inwiefern ist es ein Vorteil, mit einem fertigen Konzept wie kingdom of sports zu arbeiten?
Markus Czmiel: Das ist auf jeden Fall eine Typfrage. Wenn ich Lust habe, alle Aufgaben in einem Fitnessclub selber zu erledigen, bin ich für ein Franchisekonzept nicht der Richtige. Unternehmerisches Denken und Handeln kann ich doch nur dann entwickeln, wenn ich mich nicht mehr darum kümmern muss, welche Farbe die neuen Mitarbeiter-T-Shirts haben sollen, welche Kampagne ich als nächstes fahre, wie die nächste Zeitungsanzeige aussehen soll usw. Auch die Qualität der Mitarbeiter spielt dabei eine wichtige Rolle. Das ist das geniale am System, welches vom Franchisegeber vorgegeben wird. Ich kann mir professionelles Know-how einkaufen, muss mir über viele Dinge keinen Kopf machen und kann mich auf die aus meiner Sicht wesentliche Faktoren der Unternehmensführung konzentrieren. Zum Beispiel: Wie bekomme ich die Kundenzufriedenheit gesteigert? Worauf ich hinaus möchte, ist, dass man sich als Franchisenehmer auf das Thema Geld verdienen fokussieren kann. Alles andere macht ja aus unternehmerischer Sicht keinen Sinn.
Bodylife: D.h. aber auch, dass man alle Vorgaben des Franchisegebers akzeptieren muss und kein Mitspracherecht bei wichtigen Entscheidungen hat?
Markus Czmiel: Das kann man so nicht sagen. kingdom of sports vertritt eine Philosophie, für die man sich bewusst entscheidet, wenn man dort Franchisenehmer werden möchte. Man profitiert von dem professionellen und vor allem praxiserprobten System. Der Erfolg der letzten Jahre ist doch der beste Nachweis dafür. Auf der anderen Seite ist kingdom of sports so aufgestellt, dass man im System nicht unter geht und auch Möglichkeiten hat, Impulse zu setzen. Als Beispiel kann ich da zum Beispiel die Einführung des Gruppentrainingsprogrammes Zumba nennen. Wir hatten in Oldenburg die Möglichkeit, das Konzept zu testen. Nach der erfolgreichen Einführung ist der nächste Schritt nun, diesen Kurs auch in den anderen Anlagen zu implementieren.
Bodylife: Wie sind die Kommunikationswege bei kingdom of sports zwischen den Franchisenehmern und der Zentrale?
Markus Czmiel: Wir treffen uns in regelmäßigen Abständen in Sulingen und haben auch sonst einen regen Austausch untereinander. Sowohl unter den Franchisenehmern als auch zwischen Hauptgeschäftsstelle und Franchiseanlagen. Wir sprechen alle Themen durch, sowohl in der Planung als auch nachher bei der Bewertung. Die Transparenz in punkto Benchmarking hilft jedem dabei sich zu orientieren, wie man im Vergleich zu den anderen Anlagen innerhalb der Unternehmensgruppe steht. Um es auf den Punkt zu bringen: Bei kingdom of sports habe ich das Gefühl, das meine Meinung zählt. Wir versuchen, immer einen Konsens zu finden. Letztendlich ist aber der Franchisegeber derjenige, der das Hauptrisiko für die Marke trägt. Deshalb hat er auch das letzte Wort bei allen Entscheidungen. Wie man sieht, ist das Unternehmen damit bislang sehr gut gefahren. Wir wachsen langsam, aber gesund.
Bodylife: Sehen Sie im System kingdom of sports Schwächen?
Markus Czmiel: Außenstehende mögen das eine oder andere kritisieren, z.B. dass wir keine Sauna anbieten oder keine Ernährungsberatung. Aber noch einmal: Unser Motto lautet „Keep it small and simple“. Gestalte das System klein und einfach. Und das in allen Bereichen. 19,90 Euro für Fitness und Kurse. Das ist kingdom of sports. Daran müssen wir uns messen lassen. Wer mehr will, findet ausreichende Angebote im Markt. Wer günstig trainieren möchte, dabei auf eine hohe Qualität in der Geräteausstattung und im Kursbereich Wert legt und von gut ausgebildeten Mitarbeitern betreut werden möchte, der findet in uns einen optimalen Anlaufpunkt.
Bodylife: Wie sieht Ihre Zukunft aus? Planen Sie weitere Anlagen zu übernehmen?
Markus Czmiel: Ich habe die letzten beiden Jahre vor allem dazu genutzt, die eigene Anlage optimal zu strukturieren und ein harmonisches Team zu bilden. Das ist mir gelungen. Jetzt werfe ich den Blick wieder nach vorn und habe begonnen, mir über eine zweite Anlage ernsthafte Gedanken zu machen. Langfristiges Ziel von mir ist es, eine Kette in der Kette zu führen. Damit möchte ich mich für die Zukunft noch mehr absichern.
Bodylife: Wir danken für das Gespräch!
